Verwendung eines Zähnungsschlüssels


1) Der Zähnungsschlüssel misst die Anzahl der Zähne. Die Zähnung wird international auf 2 cm berechnet. So bedeutet z.B. "gez. 12": auf 2 cm gehen 12 Zähne. Angegeben wird sie in Stufen von ¼.

2) Werden mehrere Zahlen angegeben, so bedeutet dies die entsprechende Zähnungszahl oben an der Marke beginnend und im Uhrzeigersinn fortschreitend, jeweils von der Bildseite aus gemessen (K = Kammzähnung, L = Linienzähnung):
Beispiel 1:  gez. K 14 : K 13: obere (und untere) Zähnung ist K 14, die rechte (und linke) Zähnung K 13.
Beispiel 2: gez. L 12 : L 13 : L 12 ½ : L 13 ¼: oben L 12, rechts L 13, unten L 12 ½, links L 13 ¼.

3) Zum Messen werden die Zähne auf die Striche des Zähnungsschlüssels gelegt. Stimmen alle Zähne mit den Strichen überein, so hat man die richtige Zähnungszahl gefunden.

4) Benötigt wird der Zähnungsschlüssel nicht für die normalen Marken, sondern z.B. für die 2 Pf. Berlin-Notopfer-Marke, Bizone Bautenserie, AM Post-Marken etc., die eine Messgenauigkeit von ¼ Zähnung verlangen.

5) Einfache Zähnungsschlüssel bestehen aus Pappe bzw. Kunststoff. Diese können sich mit der Zeit und/oder durch Luftfeuchtigkeit verziehen, und die Ablesung ist alsdann fehlerhaft.

6) Die Zähnungsschlüssel können jedoch wie folgt nachkalibriert werden: Mittels Marken mit bekannter Zähnung, z.B. BRD Nr. 1905 (gez. K 13 : 12 ½), BRD Nr. 2100 (gez. K 14), Dt. Reich Nr. 111 (K 14 ¾ : 14 ¼ ) und SBZ Thüringen Nr. 92-99 (L 11), wird die Zähnung am Zähnungsschlüssel mehrmals abgelesen und notiert. Entweder alles ist wie erwartet (dann ist alles ok), oder die abgelesenen Werte sind stets um ¼ zu hoch, oder ½ zu niedrig etc. Das bedeutet, dass bei der Ablesung einer "unbekannten" Marke stets ¼ abgezogen oder ½ addiert werden muß etc. Man hat alsdann einen recht genauen Zähnungsschlüssel.

7) Für die Bestimmung der Zähnung auf Briefstücken oder Briefen benutzt man einen durchsichtigen Kunstsoff-Zähnungsschlüssel.

8) Elektrische Zähnungsschlüssel weisen meist eine statistische Ungenauigkeit von ± ¼ manchmal auch von ± ½ auf. Der absolute Fehler beträgt mithin ½ bzw. 1 (!). Da es sich um statistische Fehler handelt, also unregelmäßig auftretende Fehler, kann das Gerät nicht kalibriert werden ! Die Überprüfung der Genauigkeit ist näherungsweise möglich, indem mehrere Marken unterschiedlicher Zähnung (wie unter 6) beschrieben) jeweils mindestens 3 x eingelegt werden, das Ergebnis notiert und der Mittelwert gebildet wird.